30.05.2024

„Wir haben verdient verloren“

Jascha Schuricht bleibt in der Erbacher Abwehr hängen. Nach insgesamt schwacher Vorstellung verlor die freilich ersatzgeschwächte HSG Fürth/Krumbach verdient mit 27:32 Toren im Derby beim SV Erbach

HSG Fürth/Krumbach hat zu viele Ausfälle und muss sich im Derby beim SV Erbach mit 27:32 Toren geschlagen geben.

Eigentlich hatte sich Stefan Eger, Trainer des Handball-Bezirksoberligisten HSG Fürth/Krumbach, vorgenommen, nicht über die personelle Situation in dieser Saison sprechen zu wollen, zu viele Unwägbarkeiten sind derzeit in seinem Kader. Die Mannschaft, die zur Verfügung steht, sollte immer die Bestbesetzung sein. Doch diesmal musste er dann zugeben: „Wir hatten leider so viele Ausfälle, dass die Bestbesetzung diesmal nicht genügte.“

Ausgerechnet im Derby beim SV Erbach – immer ein Highlight in den vergangenen Jahren – sah es bei der HSG gar nicht gut aus und folgerichtig unterlag das Team mit 27:32 Toren. „Wir haben verdient verloren“, so Egers Fazit, der das Spiel insgesamt „auf ganz schlechtem Niveau“ fand: „Die Erbacher waren heute auch nicht wirklich gut.“

Leichte Vorteile

In der ersten Hälfte hatte Fürth/Krumbach noch leichte Vorteile, schaffte es aber nach dem 8:5 (21.) nicht, sich weiter abzusetzen. Im Gegenteil: Erbach konterte mit seinen jungen Spielern aus der offensiven Deckung heraus und drehte das Resultat zum 10:9, um dann mit einem 11:12 in die Pause zu gehen. „Wir haben schon da viel zu viele technische Fehler gemacht“, haderte Eger.

Auch im zweiten Abschnitt brachte Fürth/Krumbach nicht die nötige Sicherheit in die Partie und geriet nach dem 19:18 (43.) – es sollte die letzte Führung bleiben – allmählich ins Hintertreffen und nach dem 23:22 (48.) bekamen die Gastgeber in der stimmungsvollen Erbacher Mehrzweckhalle Oberwasser. Über 26:22 und 28:24 (54.) setzte sich der SVE entscheidend ab. Die Hoffnungen der HSG auf eine Wende beim 26:29 vier Minuten vor dem Ende entpuppten sich als Strohfeuer.

„Insgesamt war das heute einfach zu wenig“, so Eger, der auch den unbedingten Siegeswillen bei seiner Mannschaft vermisste, der sie in eigener Halle schier unbezwingbar macht, auswärts aber nicht konstant abgerufen werden kann. Auf Erbacher Seite war die Freude über den Sieg gegen den Favoriten aus dem Odenwald natürlich groß: „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, die sich das einfach auch verdient hat“, bilanzierte SVE-Abteilungsleiter Thomas Flath, der aber auch zugab: „In der einen oder anderen Situation hatten wir sicherlich auch das Glück des Tüchtigen. Doch gerade in der zweiten Hälfte hatten wir uns sehr gut auf die HSG eingestellt und ihr mit unserer offensiven Deckung das Leben sehr schwer gemacht.“

HSG: Hebling, Henrik Richter – Schuricht (7/2), Kaiser (6), Koch (5), Mink (4), Lars Richter (2), Eisenhauer, Metzger, Renner (1), Camcioglu, Sattler (1), Kilian (1).

SV Erbach II – HSG Fürth/Krumbach II 30:28: Beim starken Aufsteiger setzte es für die A-Liga-Handballer der HSG eine ganz bittere 28:30-Niederlage. „Wir hatten alle Möglichkeiten, hier war Zählbares mitzunehmen“, trauerte HSG-Trainer Ingo Trumpfheller einem Punkt nach – mindestens. Deutlich wurde am Samstagabend auch, dass der Ausfall von Nils Klink auf der Spielmacherposition nicht zu kompensieren war. „Gerade gegen die offensive Erbacher Deckung wäre er sehr wichtig gewesen“, so Trumpfheller. „Aber das ändert nichts daran: Wir haben durch unsere Fehler das Spiel selbst aus der Hand gegeben.“

Fehler der Gäste

Auf Erbacher Seite zeigte man sich natürlich glücklich: „Damit war im Vorfeld nicht zu rechnen“, meinte Flath. „Aber mit einer guten kämpferischen Leistung und einer phasenweise sehr guten Deckung haben wir das Spiel für uns entschieden“, erklärte er in Abwesenheit des erkrankten Spielertrainers Oliver Hess. Die Erbacher erwischten den besseren Start, führten 7:3 (10.), ehe sich Fürth/Krumbach stabilisierte und beim 7:7 (13.) den Ausgleich schaffte. Doch es gelang nicht, in Führung zu gehen. Immer wieder nutzte Erbacher Fehler der Gäste.

Erst nach der Pause bekamen die Odenwälder scheinbar Oberwasser, machten aus dem 18:18 ein 20:18 (35.). „Dann sind wir leider wieder in den alten Trott verfallen, haben Bälle beim Konter nicht gefangen, kassierten unglückliche Gegentreffer und machten es Erbach leicht“, ärgerte sich Trumpfheller.

Doch kämpferisch konnte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: Nach dem anscheinend entscheidenden 23:27-Rückstand (53.) kämpfte sich die HSG zurück, hatte beim 28:29 (58.) die Chancen zum Ausgleich. Doch der Wurf ging daneben, Erbach konterte und machte mit dem 30:28 alles klar. mep

SVE-Tore: Müller (6), Nicolas Lulay (5), Yannick Lulay (5/4), Grebe, Stadler (je 3), Meffert, Bernhardt, Kleinbauer (je 2), Florian Lulay, Jordan (je 1).

HSG II: Lindner, Dorn – Schmitt (3), Malte Jäckel (4), Krämer, Herdner (1), Brunnengräber (1), Weber (7), Metzger (3/3), Schütz, Dreier (2), Camcioglu, Volk (1), Lannert (6).

Quelle: Odenwälder Zeitung, 23.10.23