03.03.2024

Jil Dingeldein leitet das Training online

Als ausgebildete Fitnesstrainerin übernimmt Jil Dingeldein (am Ball) derzeit auch die Online-Übungseinheit mit ihren Mannschaftskameradinnen von der HSG Fürth/Krumbach. Bild: Marco Schilling

Fürth/Krumbach. Bei den Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach macht man das Beste aus der aktuellen Corona-Situation: Während viele andere Vereine den Trainingsbetrieb komplett ruhen lassen und den Spielerinnen und Spielern auch nicht wie noch im Frühjahr „Hausaufgaben“ mit auf den Weg gegeben haben, ist man bei der HSG Fürth/Krumbach weiterhin fleißig.

Zweimal pro Woche sollen die Handballerinnen derzeit trainieren: Einmal geht es individuell zum Laufen, um die Grundlagenausdauer hochzuhalten, das andere Mal steht eine Video-Einheit mit den Schwerpunkten Kraft, Beweglichkeit und Koordination an. Jill Dingeldein, Spielerin in Fürth, leitet dann als ausgebildete Fitnesstrainerin eine Online-Übungsstunde. „Das klappt richtig gut. Es bringt viel Abwechslung und macht allen Spaß“, ist Gerald Röder, Trainer der in der Bezirksliga A beheimateten zweiten Frauenmannschaft, froh über die Unterstützung aus den eigenen Reihen. Neben Röders Team nehmen auch die Bezirksoberliga-Mannschaft von Trainer Franz-Josef Höly und die A-Jugend an den Video-Einheiten teil.

Röder hofft auf normales Training

„Uns ist wichtig, dass wir weiter gemeinsam etwas machen, aber gleichzeitig die Corona-Bestimmungen einhalten“, betont Röder. Auch wenn er mit der aktuellen Situation gut leben kann, blickt der erfahrene Coach skeptisch auf eine mögliche Fortsetzung der Saison. „Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass wir nach Weihnachten mit einer einfachen Runde starten können. Es ist sehr schade, aber das sehe ich als sehr unwahrscheinlich an“, so Röder. „Für uns wäre es schon klasse, wenn wir im neuen Jahr wieder halbwegs normal trainieren könnten.“ Damit zumindest ein paar Spiele absolviert werden könnten, hofft der HSG-Trainer auf eine Art Freundschaftsspiel-Runde. „Wir wissen alle, dass die Spiele das Salz in der Suppe sind. Daher wäre es schön, wenn man im Frühjahr vielleicht doch ein paar Partien absolvieren könnte.“ Doch bis dahin wollen die Handballerinnen nicht die Beine hochlegen: „Mit dem Training halten wir uns fit und vor allem auch Kontakt zueinander. Das ist für uns alle ein ganz wichtiger Faktor“, so Röder.

Die Männer der HSG sollen sich „einfach nur fit halten“, wie Bezirksoberliga-Coach Stefan Eger formuliert. Der Grund dafür, dass er auf einen detaillierten Trainingsplan diesmal anders als noch während des Lockdowns im Frühjahr verzichtet, liegt an der Motivation seiner Schützlinge, die zuletzt doch arg gelitten hat. „Wir haben wirklich gut gearbeitet, auch als der Rundenstart noch einmal verschoben wurde. Dass nun in diesem Jahr überhaupt kein Punktspiel mehr stattfinden wird, war dann schon extrem frustrierend“, so Eger. „Die Jungs haben viel investiert, das ist jetzt alles für die Katz gewesen.“ Einem Saisonstart irgendwann ab Januar steht der Trainer kritisch gegenüber. „Da braucht man dann ein klares Ziel, wann es weitergeht, es muss klar kommuniziert werden, was geplant ist, sonst ist das ganz schwer“, will er nicht noch einmal eine Vorbereitung ohne Ziel angehen. Inwieweit eine klare Planung in Zeiten der Pandemie machbar ist, stehe auf einem anderen Blatt, daher ist für ihn auch eine komplette Absage der Saison nicht undenkbar.

Ingo Trumpfheller, Trainer der zweiten Mannschaft, hat seinen Spielern erst einmal komplett frei gegeben. „Jeder Spieler soll freiwillig etwas für sich tun, und ich bin überzeugt, dass das auch gemacht wird“, so der erst im Sommer von Siedelsbrunn nach Fürth gewechselte Coach. Selbst ist Trumpfheller wieder verstärkt mit dem Rennrad im Odenwald unterwegs. „Vier- bis fünfmal pro Woche“, wie er erzählt. „Das habe ich schon das ganze Jahr über recht regelmäßig gemacht.“

Trumpfheller ist skeptisch

Dass die Saison im Januar fortgesetzt werden könnte, davon geht der Trainer nicht aus: „Es wird weiterhin sehr schwer werden, einen Wettkampfbetrieb durchzuführen. Ohne Impfstoff sehe ich das skeptisch“, wäre für ihn schon ein geregelter Trainingsbetrieb ein Erfolg.

Auch wenn er mit seinem neuen Team eine intensive Vorbereitung absolvierte, war er von Beginn an skeptisch, was den Rundenstart anging. „Wir haben gut gearbeitet, haben uns von Woche zu Woche gesteigert und kurz vor dem anvisierten ersten Spiel auch im Test gegen den Bezirksoberligisten Siedelsbrunn eine starke Leistung gezeigt“, erinnert Trumpfheller an das Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein. „Danach haben meine Jungs vor Selbstvertrauen gestrotzt, und alle haben sich auf den Saisonstart gefreut. Jetzt ist natürlich auch die Motivation erst einmal dahin“, hofft er, dass man nach der Weihnachtspause zumindest wieder in der Halle den Ball in die Hand nehmen darf: „Das wäre schon ein wichtiger Schritt. An Spiele denke ich derzeit überhaupt nicht.“ me

Quelle: Odenwälder Zeitung, 11.11.2020