03.03.2024

Aufhören ist keine Option

Ingo Trumpfheller (hier noch im Trikot des TV Siedelsbrunn) bleibt Trainer bei der HSG Fürth/Krumbach II. Bild: Fritz Kopetzky

Fürth/Krumbach. Nein, Ingo Trumpfheller ist niemand, der sich heimlich, still und leise davonschleicht. Der Vollbluthandballer gibt zwar offen zu, dass er in Zeiten des Corona-Lockdowns tatsächlich überlegt hat, sein Engagement als Trainer des Handball-A-Ligisten HSG Fürth/Krumbach II zu beenden, „aber dann habe ich mir gedacht, dass das so nicht gehen kann. Ich kann mich doch nicht ohne ein einziges Pflichtspiel wieder aus dem Staub machen.“

Zudem hat ihm im letzten Sommer die Vorbereitung mit den Fürthern „enorm viel Spaß“ gemacht: „Das ist eine sehr engagierte, noch recht junge Mannschaft. Der Ehrgeiz ist da, und auch perspektivisch ist in Fürth noch einiges zu bewegen“, lobt Trumpfheller „die hervorragende Jugendarbeit“ bei der HSG. So kommen jetzt wieder acht Spieler aus der eigenen Jugend heraus, die meisten davon werden wohl bei Trumpfheller im A-Liga-Team aufschlagen. „Damit haben wir für die erste und zweite Mannschaft zusammen fast 40 Spieler, darunter sechs Torhüter. Das ist ein Luxus, von dem viele andere Vereine nur träumen können“, erklärt der erfahrene Handballer, der erst im vergangenen Jahr von seinem Heimatverein TV Siedelsbrunn zur HSG Fürth/Krumbach gewechselt war.

Alle bleiben an Bord

Aktuell ist der Kontakt auf das Nötigste heruntergefahren. Immerhin wurde vor der Verlängerung des Trainers abgeklopft, wie der Kader in der nächsten Saison aussehen wird: „Alle bleiben an Bord“, freut sich Trumpfheller. Ansonsten ist er überzeugt, dass die Spieler sich individuell fit halten. Von Online-Training ist der Übungsleiter wenig begeistert, „vor allem nicht in einer zweiten Mannschaft. Davon halte ich nicht viel. In der ersten ist das eine andere Sache, aber bei uns muss das sicherlich nicht sein“, sagte Trumpfheller, der selbst fast jeden zweiten Tag mit dem Rennrad durch den Odenwald fährt. „So 60 bis 80 Kilometer sind das schon jedes Mal“, erzählt er und schwärmt schon fast vom „Quälen des eigenen Körpers“. „Ich will immer etwas erreichen. Das ist beim Rennradfahren genauso wie beim Handball. Daher wäre für mich auch eine Freundschaftsspielrunde nichts gewesen“, so der Trainer.

Gleichzeitig ist er aber auch davon überzeugt, dass neben allem sportlichen Ehrgeiz derzeit das Gemeinschaftsgefühl in der Teamsportart Handball am meisten fehlt: „Ich sehne schon wieder die Zeit herbei, in der man sich mit der Mannschaft treffen und unterhalten kann und vielleicht auch mal ein Bierchen nach dem Training trinkt.“ Wann wieder ein gemeinsames Training möglich sein kann, darüber will Trumpfheller gar nicht spekulieren. „Man hört jeden Tag andere Meldungen. Es wäre schön, wenn wir im Herbst nach einer halbwegs normalen Vorbereitung wieder in eine reguläre Runde starten könnten“, so der Coach. Überzeugt ist er davon, dass man es langsam angehen lassen muss: „Nach einer so langen Pause wird es nicht von null auf hundert gehen, und sobald ein Termin feststeht, an dem wir wieder trainieren dürfen, werde ich meinen Spielern auch Trainingsanweisungen geben, damit niemand bei null anfangen muss.“ Mit Blick auf einen Neustart schaut Trumpfheller nicht nur auf die Aktivenmannschaften, sondern insbesondere auf die Jugend: „Für den Nachwuchs ist es eine ungleich schwierigere Situation. Sie können nicht trainieren und sitzen oftmals nur noch zu Hause herum. Hier muss unbedingt das Training wieder als Erstes losgehen“, hofft der Übungsleiter, dass die Politik den Amateursport in einem möglichen Öffnungsszenario nicht vergisst. me

Quelle: Odenwälder Zeitung, 03.03.2021