19.04.2024

Norbert Metzger reizt der Umbruch

Der Fürther Norbert Metzger (hier noch auf der Trainerbank des TV Lampertheim) übernimmt in der kommenden Saison den Bezirksoberligisten Tvgg Lorsch. Bild: Simon Hofmann

Handball: Der Trainer wird nach vier Jahren in der Jugend bei der HSG Fürth/Krumbach in Lorsch eine neue Mannschaft aufbauen / Zeit für eine Veränderung

Lorsch/Fürth. Bei den Handballern der HSG Fürth/Krumbach ist man stolz auf die ausgezeichnete Jugendarbeit und darauf, dass Jahr für Jahr Akteure aus dem eigenen Nachwuchs in den Aktivenbereich wechseln. Einer, der in den letzten vier Jahren daran maßgeblichen Anteil hatte, ist Norbert Metzger. Der erfahrene Coach hat zuletzt die A-Jugend trainiert, aber bricht nun die Zelte bei seinem Heimatverein ab. Metzger sucht eine neue Herausforderung beim Bezirksoberliga-Konkurrenten Tvgg Lorsch, bei dem vor kurzem Dennis Rybakov seinen Abgang in Richtung HSG Weschnitztal bekannt gegeben hatte. Die Fürther A-Jugend trainieren künftig Thomas Eger und Stefan Eisenhauer.

Für Norbert Metzger, der schon mehrfach Männerteams in der Bezirksoberliga unter seine Fittiche nahm, stand schon länger fest, dass er sein Engagement in Fürth nicht verlängern würde, und hatte dies auch seinen Spielern frühzeitig kommuniziert. „Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich auch nicht auf der Suche nach einem Verein. Ich dachte nur, dass es mal wieder Zeit für eine Veränderung ist“, erklärt Metzger.

Jörg Schwind ruft an

Aber es dauerte nicht lange, bis Jörg Schwind von der Abteilungsleitung der Tvgg Lorsch anrief. Schwind ist ebenso wie Metzger Jahrgang 1967 und beide spielten früher häufig gegeneinander. Mit seinem Anruf machte der Lorscher eine fast schon vergessene Ankündigung wahr: „Vor ein paar Jahren hatte er mal so dahingesagt: ,Norbert, irgendwann trainierst du mal Lorsch.‘“, erzählt Metzger. Als er sich nun meldete und dem Fürther das Engagement antrug, wurden sich beide schnell einig.

Bekannte Gesichter

„Das ist eine Aufgabe, die mich reizt. Lorsch ist im Umbruch, wird in der Zukunft auf viele junge Spieler setzen, und ich kann hier etwas aufbauen“, freut sich der Fürther auf die Aufgabe. Die Mannschaft hatte er in der Vor-Corona-Saison einige Male beobachtet, da er viele Spieler noch kennt: Pascal Kärchner und Fabian Krieger coachte Metzger in der Jugend der SKG Bonsweiher, Domenik Knapp schon bei der HSG Fürth/Krumbach. Marvin Mischler hatte er bereits bei seinem Engagement beim TV Lampertheim unter seinen Fittichen. „Wenn man so lange im Geschäft ist wie ich, dann kennt man in jeder Mannschaft einige Spieler“, so Metzger. „In Lorsch hat sich das aber zuletzt gehäuft.“

Nicht mehr dabei sein wird aber zukünftig Pascal Kärchner. Der torgefährliche Spielmacher hat seine Handballschuhe an den Nagel gehängt. „Das ist wirklich schade. Ich habe auch schon mit ihm telefoniert, aber seine Entscheidung steht“, erzählt Metzger. Für den Lorscher Abteilungsleiter ist der alte Weggefährte aus Fürth die Idealbesetzung nach dem Abgang von Dennis Rybakov: „Norbert ist ein sehr kommunikativer Trainer, der sehr gut mit jungen Spielern arbeiten kann und schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch neue Teams aufbauen und formen kann“, so Schwind. „Wir wollen jetzt mal schauen, wann sich ein erstes Treffen mit der Mannschaft realisieren lässt“, weiß Schwind, dass Corona noch nicht so bald ein erstes Training zulässt. Daher wird Norbert Metzger erst einmal ein Treffen per Video-Konferenz mit seinem neuen Team abhalten. „Wenn wir uns irgendwann im April mal draußen treffen könnten, wäre das aber schon schön“, gibt er zu. Keine Frage ist für Jörg Schwind, dass er seinen bisherigen Coach Rybakov vorzeitig für seinen neuen Verein Weschnitztal freigibt, und ebenso wird Metzger ab sofort für Lorsch tätig sein. „In der aktuellen Situation, in der die Runde ohnehin abgebrochen ist, wäre alles andere unnötig. So können beide bei ihren neuen Teams schon die Weichen stellen und sich auch um mögliche Neuzugänge kümmern“, erklärt Schwind.

Norbert Metzger hat entsprechend für die Klosterstädter schon einige Telefonate geführt, würde gerne noch die ein oder andere Verstärkung an Land ziehen. „Finale Zusagen gibt es aber noch keine“, gibt der Trainer zu, dass sich die Rekrutierung neuer Spieler schwierig gestaltet: „Viele sagen, dass sie nach der wegen der Pandemie nicht stattgefundenen Saison bei ihrem aktuellen Verein auf jeden Fall noch ein Jahr dranhängen wollen.“ Für den Sportsmann Metzger ist dies „absolut nachvollziehbar. Aber vielleicht ergibt sich doch noch das ein oder andere.“ mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 11.03.2021