19.04.2024

Henrik Richter ist der Jackpot

Mit seiner Erfahrung und seinem Ehrgeiz wird Torwart Henrik Richter nach seiner Rückkehr vom TVG Großsachsen die HSG Fürth/Krumbach wieder antreiben. Bild: Simon Hofmann

Der Torwart kehrt nach zwei Jahren beim Drittligisten TVG Großsachsen zur HSG Fürth/Krumbach zurück

Fürth/Krumbach. Groß ist die Freude bei der HSG Fürth/Krumbach, denn nach zwei Jahren beim Handball-Drittligisten TVG Großsachsen kehrt Torwart Henrik Richter zu seinem Heimatverein zurück. „Das ist für uns eine Jackpot-Situation“, sagte HSG-Trainer Stefan Eger, der schon länger mit Henrik Richter, der seit Jahren zu den besten Torhütern im Bezirk zählt, in Kontakt stand. Gerade nachdem Alexander Schmitt kürzertreten will, suchte der Bezirksoberligist noch nach einer Ergänzung zu Swen Hebling im Tor. Dass es jetzt mit Richter sogar eine absolute Nummer eins werden würde, ist für die Fürther ein echter Glücksfall.

Nicht mehr so viel Zeit

„Leider wurden bei mir die Wehwehchen nicht weniger, und ich kann zeitlich sowie körperlich nicht mehr so viel investieren. Zwischenzeitlich hatte ich auch mit dem Gedanken gespielt, komplett aufzuhören, doch mein Heimatverein HSG Fürth/Krumbach hat um Hilfe gebeten. Da konnte ich schlecht ablehnen“, sagte der 29-jährige Richter.

„Als Henrik 2019 nach Großsachsen kam, war das für ihn ein großer Schritt, den er unbedingt einmal wagen wollte. Er hat sich auf das Abenteuer eingelassen und sich noch mal richtig gut weiterentwickelt. Im Training hat er immer Gas gegeben, war stets präsent und zuverlässig“, sagte Großsachsens Sportlicher Leiter Thomas Zahn. „Natürlich sind wir traurig, dass er uns verlässt, wünschen ihm aber alles Gute für seine sportliche und private Zukunft.“ In Saase hinterlasse er nicht nur die für einen Torwart ungewöhnliche Trikotnummer 22, sondern auch eine Lücke.

Henrik Richter, der auch bei der Fürther Fastnacht aktiv ist, sorgte beim TVG für gute Laune. „Ich finde es sehr schade, dass er uns verlässt, kann aber seine Gründe nachvollziehen. Für mich ist er ein tadelloser Kollege gewesen, dessen Anwesenheit ich vermissen werde. Sowohl seine lustige, kollegiale Art als auch seinen Ehrgeiz werde ich in Erinnerung behalten“, sagte der ehemalige Mannschaftskamerad Fabian Lieb. Im Gepäck hat Richter viele Erinnerungen: „Natürlich an die Feiern nach den Siegen! Und mein erstes Spiel gegen Dresden, gleichzeitig mein Drittliga-Debüt, da hat schon vieles gepasst. Aber auch an die Auswärtssiege gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau und den TV Kirchzell denke ich gerne zurück“, meinte Richter. In Fürth soll er in die Torwarttrainerarbeit eingebunden werden, denn insgesamt stehen der HSG künftig sechs Keeper zur Verfügung. Das sorgt für Konkurrenzkampf. Neben Routinier Hebling werden auch Till Krause und Jannis Lindner aus der zweiten Mannschaft sowie Patrik Samardzic und Sören Dorn aus der A-Jugend von der Erfahrung Richters profitieren können.

Kommt eine dritte Mannschaft?

Die HSG erwartet im Sommer stattliche acht Spieler aus dem eigenen Nachwuchs und hat dann rund 40 Spieler im Kader stehen. „Wir überlegen, ob wir eine dritte Mannschaft melden sollen“, sagte Stefan Eger. Aber das sei Sache des Vorstandes. Klar ist jedoch, dass bei zwei Teams nicht alle zum Zuge kommen können. Zweitmannschaftstrainer Ingo Trumpfheller hat inzwischen auch für die nächste Saison zugesagt, sodass Eger die HSG gut aufgestellt sieht. Ob die erste Mannschaft nach dem Rückzug aus der Landesliga durch die Richter-Rückkehr sogar ein Aufstiegsanwärter sei, so weit wollte sich der Trainer nicht aus dem Fenster lehnen. Allerdings sei der Torwart unbestritten ein Spieler, der den Unterschied macht.

„Die neue Mannschaft hat ja nach dem Umbruch noch gar nicht zusammengespielt“, sieht Eger jedoch einige Fragezeichen durch die ausgefallene Corona-Saison. Und mit der ESG Crumstadt/Goddelau und der HSG Weschnitztal gibt es nicht zuletzt zwei Kontrahenten, die sich noch einmal enorm verstärkt hätten. Im Juni will Eger seine Spieler über eine App wieder laufen sehen, ab Juli soll dann verstärkt draußen trainiert werden, und möglicherweise geht es etwas früher als sonst in die Halle – so weit der Plan. „Ich werde allerdings erst einmal die Tore abbauen lassen. Jeder will wieder Bälle werfen, aber das ist nach der langen Pause Gift“, sagte Eger, der keine Schulterverletzungen riskieren will und es daher mit dem Werfen langsamer angehen will. beg

Quelle: Odenwälder Zeitung, 01.03.2021