19.04.2024

Warum Fürth dem TV Siedelsbrunn die Daumen drückt

Der Ausfall von Emely Karl (rechts) wiegt schwer beim TV Siedelsbrunn vor dem Rückspiel am Sonntag gegen die HSG Fürth/Krumbach. Bild: Philipp Reimer

Vor dem Derby in der Frauen-Bezirksoberliga gibt es Fragezeichen – Die HSG Fürth/Krumbach kann Erster werden

Fürth/Siedelsbrunn. Derbyzeit in der Fürther Schulsporthalle: Am Sonntag um 17 Uhr empfängt die HSG Fürth/Krumbach den TV Siedelsbrunn und für die Gastgeberinnen geht es um nicht weniger als die Tabellenführung in der Bezirksoberliga. Gewinnt die HSG, dann rückt sie auf Rang eins vor, da der derzeitige punktgleiche Erste aus Egelsbach spielfrei ist.

„Darauf liegt aber nicht unser Fokus“, erklärt Fürths Trainer Martin Guthier. „Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, aber das Ziel lautet bei uns nicht Aufstieg. Dazu ist auch unser Restprogramm viel zu schwer“, blickt er auf die Partien, die mit Ausnahme des Siedelsbrunn-Spiels allesamt gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte gehen. Und Guthier weiß nur zu gut, wie schnell es in dieser ausgeglichenen Liga einige Plätze hoch oder runter gehen kann. Vor wenigen Wochen war sein Team noch auf Platz sieben, jetzt winkt Rang eins.

Viel Respekt vor dem TV 02

Auch vor dem Spiel gegen Siedelsbrunn hat Guthier großen Respekt: „Der Gegner ist extrem gut drauf. Das zeigt alleine ein Blick auf die letzten Ergebnisse. Beim Titelanwärter Weiterstadt haben sie am vergangenen Wochenende lange geführt und am Ende einen Punkt geholt“, hat der HSG-Coach beobachtet. Dass die Überwälderinnen nur auf Rang acht stehen, ist für ihn unverständlich, „aber sie sind jederzeit in der Lage, gegen die Top-Mannschaften zu gewinnen.“

Das sieht auch Siedelsbrunns Trainer Bastian Schmidt so: „Natürlich sind wir in Fürth nicht der Favorit. Die HSG hat immerhin fünf Siege in Serie geholt und steht zu recht da oben. Aber wir sind auch gut drauf und die Stimmung im Team passt“, findet er. „Wenn wir einen guten Tag erwischen, dann rechnen wir uns schon etwas aus“, schickt er eine kleine Kampfansage nach Fürth. „Wichtig wird sein, dass wir wieder eine gute Abwehr stellen und wir müssen das Torhüterinnenduell gewinnen“, sieht Schmidt die Defensiv-Abteilung als ausschlaggebend an. Nicht ideal ist indes die personelle Besetzung: „Wir sind weit davon entfernt zu sagen, dass wir komplett sind. Aber ich hoffe, dass wir wieder ein, zwei Alternativen mehr zur Verfügung haben als zuletzt in Weiterstadt“, so der Coach. Am schwersten wiegt für die Siedelsbrunnerinnen der Ausfall von Emely Karl. „Leider ist noch nicht absehbar, wann sie wieder zurückkommen kann“, hofft Bastian Schmidt auf ein baldiges Comeback seiner Leistungsträgerin.

Wichtige Spielerinnen fallen aus

Auch Fürth/Krumbach muss auf wichtige Spielerinnen verzichten. So laborieren Leonie Stephan und Shannon Obermeier an Fußverletzungen und werden neben der Langzeitverletzten Lisa Unrath ebenfalls passen müssen. Eventuell könnte immerhin Franziska Beye wieder in den Kader rücken, die allerdings im Training ebenfalls noch pausieren musste. „Auch wenn wir die Punkte natürlich bei uns behalten wollen, drücke ich Siedelsbrunn die Daumen, dass es bei ihnen weitergeht“, spielt Trainer Guthier auf den im Raum stehenden Rückzug der Frauenmannschaft nach der Runde an.

Der Siedelsbrunner Pressewart und langjährige Macher im Frauenhandball, Siegfried Röth, bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist. „Ganz ehrlich: Es tut mir in der Seele weh“, gibt Röth zu. „Es steht Spitz auf Knopf und es gibt hier eine Entwicklung, mit der wir in dieser Form nicht gerechnet haben.“

Tatsächlich hofften die Verantwortlichen im Überwald, dass nach der Integration der A-Jugendlichen im vergangenen Jahr das Team für die nächsten vier, fünf Jahre gut besetzt sei. Doch nun haben einige ihren Rückzug angekündigt, von den derzeit 15 Namen auf der Spielerinnenliste drohen einige gestrichen werden zu müssen. Und der nächste Nachwuchs ist gerade einmal im C-Jugendbereich angekommen. „Wir wussten, dass wir da eine Lücke haben, gingen aber davon aus, dass wir das gestemmt bekommen“, so Siegfried Röth, der aber nicht aufgeben will: „Wir kämpfen darum, dass es weitergeht.“

Entscheidung am 24. März?

Eine Entscheidung über die Zukunft des Frauenhandballs beim TV Siedelsbrunn könnte schon am 24. März fallen. Dann trifft sich der Vorstand zu einer Sitzung. „Wir werden das auf jeden Fall nicht aussitzen, sondern aktiv eine Entscheidung suchen. In welche Richtung auch immer“, betont der Pressewart. mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 09.03.2023