13.06.2024

Die HSG Fürth/Krumbach raubt den Gästen den Nerv

David Fischer (beim Wurf) verteidigte erstmals auf Halbposition und erzielte noch drei Tore für die HSG Fürth/Krumbach (links Matthis Jäckel) beim 25:22-Heimsieg gegen den TV Groß-Rohrheim. Bild: Kathrin Oeldorf

Die HSG Fürth/Krumbach verschleppt das Spiel und sorgt mit dem 25:22-Sieg gegen Groß-Rohrheim für eine Überraschung.

Es war schon eine echte Überraschung, was die HSG Fürth/Krumbach zum Saisonstart der Handball-Bezirksoberliga ablieferte. Da war zum einen das pure Ergebnis: Mit dem 25:22 (15:10) gegen den personell verstärkten und mit großen Vorschusslorbeeren gestarteten TV Groß-Rohrheim. Aber noch mehr wunderte die Art und Weise, wie die HSG agierte.

Entgegen der bekannten Spielweise verschleppten die Odenwälder das Tempo extrem und raubten den Gästen damit den Nerv. „Uns war klar, dass wir angesichts unserer dünnen personellen Besetzung nicht Vollgas gehen können. Daher war es unser Ziel, Groß-Rohrheim so richtig auf den Geist zu gehen und ganz lange Angriffe zu fahren“, erläutert Fürth/Krumbachs Trainer Stefan Eger. Und seine Taktik ging auf. Während seine Mannschaft mit hoher Disziplin und ebensolcher Intensität agierte, wurde der TVG zunehmend hektisch, versuchte immer wieder schnell abzuschließen. Und da stand dann die famose HSG-Deckung und dahinter Henrik Richter im Tor.

Neuformierter Mittelblock

„Gerade defensiv haben wir das heute extrem gut gelöst“, fand Eger. So rackerten der neuformierte Mittelblock Jascha Schuricht und Matthis Jäckel unermüdlich und auf der Halbposition verteidigte erstmals David Fischer und machte seine Sache ebenso hervorragend. „Ich kann aber eigentlich keinen einzelnen Spieler hervorheben. Es war eine Top-Mannschaftsleistung“, so der Fürther Trainer. Schon die Anfangsminuten gehörten der HSG, die ein 4:0 vorlegte (8.) und fortan über 6:2 und 9:5 (18.) bis zum 18:12 zur Pause immer führte. Beim 21:13 (45.) schien der Sieg schon sicher, doch dann stellte zum einen Gästecoach Frank Herbert seine Deckung um und ließ im Angriff konsequent sieben gegen sechs agieren, zum anderen schwanden bei der HSG sichtlich die Kräfte. „Das Spiel hätte keine fünf Minuten länger dauern dürfen“, gab Eger zu. So aber sorgte Yannik Kaiser in den letzten Minuten mit einem Doppelpack vom 23:19 zum 25:19 (58.) für die umjubelte Entscheidung. „Wir hatte zu viele Fehler im Angriff und auch das Torhüterduell ging an Fürth“, gab der enttäuschte Frank Herbert zu, während sich Stefan Eger freute: „Nach den ganzen personellen Problemen haben wir heute mit einer hervorragenden Einstellung uns diese Punkte verdient.“

HSG-Tore: Beye (6), Mink (5), Schuricht, Kaiser (je 4), Fischer (3/3), Henrik Richter (2), Jäckel (1).

HSG Fürth/Krumbach II – HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden 26:29 (12:13): Am Ende blieb die Erkenntnis: Es war mehr drin. Die A-Liga-Handballer der HSG Fürth/Krumbach II waren den ambitionierten Gästen aus der dreifach Spielgemeinschaft Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden über weite Strecken ebenbürtig – aber eben nicht immer. „Wir hatten in der ersten Hälfte eine zu schlechte Chancenverwertung und in der zweiten eine Phase, in der uns nichts gelingen wollte“, bilanzierte Fürths Trainer Ingo Trumpfheller.

Lob für Sören Dorn

Doch wirklich unzufrieden konnte er nicht sein: „Die Jungs haben das gegen eines der Top-Teams der Liga gut gemacht. Ein Sonderlob muss ich an unseren Torhüter Sören Dorn aussprechen. Er hatte in der Vorbereitung nicht immer ein glückliches Händchen, aber heute war er ein Super-Rückhalt“, so der Coach. Fürth/Krumbach geriet nach dem 2:2 zwar mit 3:8 (16.) ins Hintertreffen, steckte aber nicht auf, sondern kämpfte sich wieder auf 11:12 und 12:13 zur Pause heran. Auch nach dem 15:20 (41.) kamen die Odenwälder zurück. Beim 20:20 und 21:21 (49.) schien die Partie zu Gunsten der Trumpfheller-Sieben zu kippen. „Aber da hatten wir dann einfach Pech“, meint der Trainer. Der Favorit erhöhte wieder auf 24:21 und nahm schließlich die Punkte mit nach Hause.

HSG-Tore: Brunnengräber (5/1), Volk, Jäckel (je 4), Herdner, Klink, Schüle (je 3), Daubner, Meiß, Schütz, Lannert (je 1). mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 18.09.2023