30.05.2024

Die HSG Fürth/Krumbach schickt eine Kampfansage an Modau

Die HSG Fürth/Krumbach (beim Wurf Yannik Kaiser) setzt auf ihre Heimstärke und will Spitzenreiter TSV Modau erstmals bezwingen. Bild: Fritz Kopetzky

Die HSG Fürth/Krumbach will dem Tabellenführer TSV Modau die erste Niederlage beibringen. Die Gäste sind aber kein gewöhnlicher Aufsteiger.


Ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger – das klingt erst einmal einfach. Doch die Handballer der HSG Fürth/Krumbach bekommen es am Samstag (19 Uhr) nicht mit einem gewöhnlichen Aufsteiger zu tun. Der TSV Modau kommt als verlustpunktfreier Tabellenführer in die Schulsporthalle und das nicht einmal überraschend. „Wir kennen die Mannschaft, die Spieler, wissen, was da auf uns zu kommt“, erklärt Fürths Spieler Lars Richter.

Der Aufsteiger, der in der vergangenen Saison als HSG Bieberau/Modau II die A-Liga-Meisterschaft feierte und auf dem Weg dorthin die zweite Mannschaft Fürths zweimal deutlich bezwang (48:27 und 36:25), hat als einziges Team noch keinen Minuspunkt auf dem Konto. Und die Siege fielen bisher auch gegen starke Gegner überaus deutlich aus. Ein Jahr zuvor war das Team mit ähnlichem Kader noch in der Landesliga am Ball, wurde dann aber zurückgezogen. „Wenn man sich die Namen anschaut, die für Modau auflaufen, dann sind das gestandene Landes- und Oberliga-Spieler“, weiß HSG-Coach Stefan Eger. „Und es hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass die Erfahrung in der Bezirksoberliga enorm wichtig und durch nichts zu ersetzen ist“, hatte er Modau auch schon vor der Runde auf dem Zettel, als er nach den Favoriten auf die Meisterschaft gefragt wurde. Entsprechend groß ist der Respekt, aber Angst hat man bei Fürth/Krumbach nicht: „Das wird schon eine Herausforderung für uns“, meint auch Lars Richter, stellt aber gleich unmissverständlich klar: „Wir sind zu Hause und da wollen wir immer gewinnen.“

Stefan Eger bläst ebenfalls zur Attacke: „Modau wird am Samstag seine ersten Punkte abgeben.“ Gelingt den Fürthern, die aktuell einige angeschlagene Spieler haben, der Coup im Spitzenspiel, würden sie selbst wieder in den Fokus rücken – auch wenn sie das gar nicht wollen. „Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen vor allem zu Hause Siege feiern. Alles andere ist weit weg“, so Eger, der hofft, dass sich die zuletzt angespannte personelle Situation wieder etwas besser darstellt. „Ich gehe davon aus, dass wir zumindest wieder drei Auswechselspieler haben werden.“

HSG Fürth/Krumbach II – TSV Modau II (Samstag, 17 Uhr)

Ingo Trumpfheller erwartet ebenfalls eine ganz schwere Aufgabe. Die zweite Mannschaft des TSV ist für den Trainer ein stückweit unbekannt. „Man weiß nie, wer dort aufläuft, weil sie viele Spieler zur Verfügung haben, teils auch Routiniers, die schon höherklassig spielten“, so Trumpfheller. „Die sind unberechenbar, was auch die bisherigen Ergebnisse verdeutlichen“, erklärt der Coach, der von seiner Mannschaft fordert, sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren, um den angestrebten Heimsieg gegen einen körperlich starken Gegner zu realisieren. Mit dabei sein wird wieder Fabio Raabe, der eigentlich zum Kader der ersten Mannschaft gehört, nach langer Pause aber bei der Reserve seine ersten Schritte macht. Zudem soll das letzte Heimspiel vergessen gemacht werden, als es nach einer ganz schwachen Leistung eine 31:33-Niederlage gegen Rüsselsheim/Bauschheim setzte. „Da waren wir gar nicht gut. So dürfen wir nicht noch einmal auftreten“, unterstreicht Trumpfheller, der vielmehr an die Leistung vom vergangenen Wochenende bei der HSG Langen anknüpfen möchte, als basierend auf eine gute Deckung mit 26:24 gewonnen wurde.

„Jetzt müssen wir aber noch unsere technischen Fehler weiter minimieren und die Chancenverwertung steigern“, gibt der Trainer seinem Team mit auf den Weg.

HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden II – HSG-Frauen (Sonntag, 15 Uhr)

Sonderlich viele Spielerinnen hatte Martin Guthier in der vergangenen Woche nicht im Training. Der Coach des Frauenhandball-Bezirksoberligisten bekam immer wieder Abmeldungen, „gefühlt war die Hälfte der Mannschaft krank“, erzählt er. Da kam ihm das spielfreie Wochenende gerade recht. Jetzt sieht es wieder deutlich besser aus und die Vorbereitung auf das schwere Auswärtsspiel am Sonntag (15 Uhr) bei der HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden II läuft vielversprechend. „So wie es aussieht, können wir nahezu in Bestbesetzung auflaufen“, so Guthier.

Der Fürther Coach hat das spielfreie Wochenende genutzt, um die Weiterstädterinnen noch einmal unter die Lupe zu nehmen, beobachtete deren Spiel in seinem Heimatort Erbach und wurde dabei Zeuge einer torreichen Partie, an deren Ende die Erbacherinnen mit 37:30 gewannen. „Das ist nichts Neues. Weiterstadt ist immer für über 30 Tore gut – genauso wie Erbach. Das sieht bei uns aber etwas anders aus“, weiß Guthier, dass er sich mit seiner Mannschaft eher nicht auf einen offenen Schlagabtausch mit der Dreifach-Spielgemeinschaft im Ried einlassen sollte. „Unser Ziel muss es sein, dass wir eine stabile Deckung stellen, möglichst viele Ballgewinne erreichen und dadurch auch ins Umschaltspiel kommen“, hofft der Trainer, dass sein Team wieder die nötige Griffigkeit in der Defensive erreicht.

Insgesamt erwartet Guthier ein Spiel auf Augenhöhe. Schon in den letzten Vergleichen gab es meist knappe Ergebnisse. „Für mich ist Weiterstadt immer ein Anwärter auf eine Platzierung unter den ersten vier, fünf in der Tabelle und damit ein direkter Konkurrent von uns“, so der Coach, der daher die Partie als richtungsweisend ansieht. Zumal beide Teams auch noch nicht richtig in Tritt sind: Die Gastgeberinnen liegen mit 4:4 Punkten einen Rang vor Fürth/Krumbach (3:3).

HSG Langen – HSG Fürth/Krumbach II (Sonntag, 18 Uhr)

Zum Spitzenspiel der A-Liga kommt es –durchaus überraschend – am Sonntagabend, wenn die HSG Fürth/Krumbach II bei der HSG Langen zu Gast ist. Beide Teams haben 6:0 Punkte auf dem Konto, und während Langen schon vor der Runde zu den Top-Mannschaften gerechnet wurde, ist die Entwicklung bei den Odenwälderinnen ein stückweit überraschend.

„Meine Spielerinnen machen das derzeit wirklich gut, wir hatten aber auch ein entsprechend lösbares Auftaktprogramm“, will Fürths Trainer Gerald Röder den Höhenflug nicht überbewerten. „Natürlich wollen wir den Schwung mitnehmen, aber wir heben nicht ab.“ In Langen wird es wieder auf eine starke Deckung ankommen, um die erfahreneren Gastgeberinnen in den Griff zu bekommen. mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 12.10.2023