03.03.2024

Fürther sind „maximal genervt“ | In der Breite besser besetzt

Fürther sind „maximal genervt“

Handball: HSG Fürth/Krumbach gelingt bei der überraschenden 26:29-Niederlage in Erfelden nicht viel

Fürth/Krumbach. Rückschlag für die HSG Fürth/Krumbach im Meisterschaftskampf der Handball-Bezirksoberliga: Völlig überraschend unterlagen die Odenwälder am Sonntagabend beim Tabellenelften ESG Erfelden mit 26:29 (16:16) und fanden nie in ihr gewohntes Tempospiel aus einer stabilen Deckung heraus.

„Erfelden hat uns maximal genervt. Aber das ist durchaus als Kompliment zu verstehen“, sagte HSG-Trainer Stefan Eger mit Blick auf die gefühlt ewigen Angriffe der Gastgeber, die über die gesamte Spielzeit das Tempo verschleppten und damit Fürth vor eine Geduldsprobe stellten. In die Karten spielte der ESG dabei auch, dass die Unparteiischen die Zeitspielregel sehr großzügig auslegten. „Dennoch hätten wir dieses Spiel für uns entscheiden müssen. Da gibt es keine Ausreden“, wollte Eger weder die Leistung der Schiedsrichter noch die Ausfälle einiger Stammspieler als Entschuldigen gelten lassen. „Die Jungs, die auf der Platte standen, hatten genügend individuelle Klasse, um das Spiel zu gewinnen“, unterstrich der Trainer.

Als Fürth nach einer Viertelstunde sich auf 11:7 absetzte, schien die Partie ihren erwarteten Lauf zu nehmen, aber noch vor der Pause gelang Erfelden wieder der Ausgleich (15:15), und spätestens als die Gastgeber direkt nach dem Seitenwechsel ein 18:16 (32.) vorlegten, war klar, dass die HSG den Schalter nicht findet. Mit zunehmender Dauer rieben sich die Odenwälder immer mehr an den Schiedsrichtern und deren Entscheidungen auf. „Dabei haben wir wirklich auch selbst schlecht abgeliefert“, gab der Trainer zu. Beim 24:22 (46.) lag dennoch der Favorit noch vorne, kassierte dann den Ausgleich (24:24, 50.) und geriet nach einem weiteren Ballverlust und einem Fehler im Mittelblock der Deckung mit 24:25 ins Hintertreffen (51.). In der Schlussphase fehlte die Kaltschnäuzigkeit, um zumindest ein Remis zu retten. Nach dem 26:27 durch Jascha Schuricht setzte Fürth alles auf eine Karte, öffnete die letzten 60 Sekunden die Deckung und fing sich noch zwei Gegentore zum 26:29-Endstand ein.

Nach vorne schauen

„Auch wenn das heute ganz bitter ist: Wir schauen nach vorne und wollen am nächsten Wochenende im Heimspiel gegen Griesheim wieder in die Erfolgsspur zurück“, machte Stefan Eger kurz nach der Partie schon einen dicken Strich drunter. Dass in der ausgeglichenen Liga Niederlagen passieren, mussten auch schon die anderen Top-Teams aus Pfungstadt (1.) und Roßdorf (3.) erkennen. Die Roßdorfer unterlagen gerade am Wochenende völlig überraschend in Arheilgen mit 23:25 und Pfungstadt war bei seinem am Ende klaren 31:26-Erfolg in Lorsch auch bis zur 43. Minute im Hintertreffen. „Da kann noch viel passieren“, ist auch der Fürther Trainer überzeugt.
HSG Fürth/Krumbach: Hebling, Henrik Richter – Beye (5), Jäckel (2), Schuricht (4), Renner, Koch, Fischer (2/1), Schott, Jaworski, Raabe, Kaiser (13).

HSG Rüsselsheim/Bauschheim/Königstädten II – HSG II 23:21 (9:10): Von einer ganz erfahrenen Mannschaft bekam die junge A-Liga-Truppe der HSG Fürth/Krumbach II die Grenzen aufgezeigt. „Das war absolut unnötig“, ärgerte sich Fürths Trainer Ingo Trumpfheller. Dabei hatte sich Fürth/Krumbach die Niederlage gegen den Tabellennachbarn selbst zuzuschreiben. Während die Deckung sicher stand und in der 3:2:1 sehr gut arbeitete, fehlte diesmal im Umschaltspiel das nötige Tempo. „Und wenn wir dann mal schnell hinten raus spielten, dann waren wir meist erfolgreich. Aber wir haben das viel zu selten gemacht“, haderte Trumpfheller. Zudem sah er im gebundenen Angriffsspiel wenig druckvolle Aktionen: „Da waren wir über weite Strecken einfach zu statisch und haben es nicht geschafft, die robuste 6:0-Deckung mit den körperlich überlegenen Spielern in Bewegung zu bringen.“

Trumpfheller maßlos enttäuscht

Doch obwohl auch aus der zweiten Reihe wenig gelang und die Tore aus dem Rückraum Mangelware waren, blieb Fürth/Krumbach immer auf Tuchfühlung. „Das zeigt, das eindeutig mehr drin war“, so Trumpfheller. Die Entscheidung fiel, als die Odenwälder sieben Minuten vor dem Ende eine doppelte Unterzahl nicht nutzen konnten und mit 18:20 (54.) ins Hintertreffen gerieten. „Das hat sich die erfahrene Rüsselsheimer Mannschaft dann nicht mehr nehmen lassen“, so der maßlos enttäuschte Spielertrainer: „Jetzt müssen wir aber den Mund abputzen und nach vorne blicken. Am nächsten Samstag ist nun zu Hause gegen die HSG Langen ein Sieg einfach Pflicht.“
HSG Fürth/Krumbach II: Samardzic, Lindner – Jäckel, Daubner, Meiß (3), Sattler, Herdner, Vögeler (1), Weber (2), Lannert (6), Klink (2), Camcioglu (4/2), Schüle (3/2), Jäger. mep

In der Breite besser besetzt

Fürth/Krumbach. Dank einer starken Teamleistung feierten die A-Liga-Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach II einen durchaus überraschenden 29:26-(13:14)-Auswärtssieg bei der HSG Bensheim/Auerbach III und drehten damit nach der 21:24-Hinspielniederlage den Spieß um. „Heute haben meine Mädels sich das redlich verdient. Sie haben super gekämpft und wir waren auch in der Breite besser besetzt“, sagte Trainer Gerald Röder.

Die Odenwälderinnen begannen stark, legten ein 3:0 vor, aber nach dem 4:2 (9.) schlichen sich Unachtsamkeiten in Angriff und Abwehr ein. „Da waren wir eine ganze Zeit lang nicht konsequent genug“, so Röder. Zudem bekam Fürth Ingrida Bartaseviciene nicht in den Griff. Die Spielertrainerin der Gastgeberinnen zeigte wieder ihre Extraklasse, glänzte als Torschützin und Vorbereiterin gleichermaßen.

Erst als Röder eine enge Deckung gegen die frühere litauische Nationalspielerin anordnete, bekam Fürth/Krumbach die Partie wieder besser in den Griff. Aus dem 15:17-Rückstand (38.) machten die Gäste ein 17:17 und legten ab dem 19:18 (44.) vor. Die erste Drei-Tore-Führung stand dann sechs Minuten vor dem Ende beim 26:23 zu Buche. „Danach haben wir nichts mehr anbrennen lassen. Es hat sich bemerkbar gemacht, dass wir mehr Tiefe im Kader haben, als Bensheim“, sagte Röder.
HSG Fürth/Krumbach II: Hess, Müller – Helferich (1), Hahn, Annika Dörsam (6), Scholl (4), Bähr (2), Wagner (5), Thiede (1), Renner (4), Knapp (2/1), Bauer, Ludwig (3), Kusch (1). mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 07.02.2023