17.07.2024

Gäste überraschen die Abwehr

Handball: HSG Fürth/Krumbach muss gegen Crumstadt/Goddelau ein hartes Stück Arbeit leisten

Fürth/Krumbach. Ein packendes Duell, das den Titel Spitzenspiel absolut verdiente, lieferten die HSG Fürth/Krumbach und die ESG Crumstadt/Goddelau am Samstagabend. Die Odenwälder behielten am Ende einer von taktischen Schachzügen geprägten Partie knapp, aber verdient mit 24:22 (10:8) die Oberhand und verteidigten damit ihre Tabellenführung.

„Das war heute der erwartet schwere Kampf“, meinte HSG-Trainer Stefan Eger. Gästecoach Bernd Massag überraschte die Fürther mit einer offensiven Abwehr, bei der die gesamte rechte Angriffsseite in enge Deckung genommen wurde, zudem auch noch der Linksaußen. „Damit gerieten wir im Angriff schon in Bedrängnis“, so Eger. Zudem gelang es Crumstadt, die schnelle Mitte der HSG zu unterbinden. „Das war ein absolutes Kampfspiel. Es war aber auch klasse, wie meine Jungs das angenommen haben“, freute sich der Fürther Coach, der sich einmal mehr auf eine stabile Defensive und einen glänzend aufgelegten Henrik Richter im Tor verlassen konnte. Als Fürth nach einer recht ausgeglichenen ersten Hälfte auf 18:12 erhöhte (42.), schien der Sieg schon greifbar. Doch die personell arg dezimierten Gäste hielt weiter dagegen, schafften ab dem 18:17 (51.) bis zum 22:21 (58.) immer wieder den Anschlusstreffer. Dann waren es Jascha Schuricht und David Fischer, die mit ihren Treffern zum 24:21 55 Sekunden vor dem Ende den Sieg sicherten. „Es war eine enge Partie, aber letztlich hatten wir auf alle taktischen Maßnahmen Crumstadts auch das passende Mittel parat“, war Eger nach den packenden 60 Minuten sichtlich erleichtert.
HSG Fürth/Krumbach: Hebling, Henrik Richter – Beye (3), Jäckel (4), Schuricht (3), Renner, Fischer (6/2), Kilian (1), Jaworski (1), Raabe, Lars Richter, Kaiser (6).


HSG Fürth/Krumbach II – TV Trebur 22:24 (10:12): „Das ist wirklich schade“, bilanzierte Ingo Trumpfheller. Der Trainer des A-Ligisten HSG Fürth/Krumbach II war sich bewusst, dass sein Team Großes verpasst hatte: Die Odenwälder hatten den ungeschlagenen Tabellenführer TV Trebur am Rande einer Niederlage – und das völlig verdient. Dass Fürth/Krumbach am Ende mit 22:24 (10:12) unterlag, war nur an Kleinigkeiten festzumachen, unter anderem einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen in der entscheidenden Phase. „Aber darauf möchte ich das gar nicht schieben. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und können wieder Selbstvertrauen daraus schöpfen“, so Trumpfheller.

Überraschung knapp verpasst

Hervorragend funktionierte bei der HSG die offensive 3:2:1-Deckung, die Fürth noch nicht oft praktizierte, aber zukünftig immer wieder einstreuen möchte. „Das wird unser zweites Deckungssystem“, so der Coach. Aus dieser beweglichen Abwehr heraus nahm die HSG dann den Fuß vom Gas und baute seine Angriffe ruhig und konzentriert auf. „Damit haben wir auch Trebur das Tempospiel geraubt“, freute sich Trumpfheller, dass seine Taktik aufging.

„Das haben die Jungs hervorragend umgesetzt.“ Wichtig war dabei auch, dass Max Lannert einen Sahnetag erwischte. Immer wieder spielten die Gastgeber bis kurz vor dem Zeitspiel. Dann wurde häufig Lannert in Szene gesetzt, der am Ende auf zehn blitzsaubere Treffer kam. Ebenfalls ein Sonderlob bekam Jannis Lindner im Tor: „Er hat sehr gut gehalten und war ein starker Rückhalt. Das braucht man gegen so einen Gegner wie Trebur auch“, so der HSG-Coach.

Fürth/Krumbach war über die gesamte Spielzeit mit dem Meisterschaftsfavoriten auf Augenhöhe, lag beim 18:17 (45.) allerdings letztmals in Front. In der Folge war es Trebur, das immer knapp vorlegte, und die Odenwälder schafften nur noch den Anschlusstreffer – letztmals beim 22:23 durch Dominik Daubner (59.).
HSG Fürth/Krumbach II: Eisenhauer, Lindner – Schmitt, Daubner (1), Meiß (1), Jäckel (1), Herdner, Klink (4), Baumgartl, Lannert (10), Vögeler (1), Camcioglu (1/1), Schüle (3), Jäger. mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 30.01.2023