03.03.2024

HSG Fürth/Krumbach ist jetzt Erster

Die HSG Fürth/Krumbach (am Ball Andrea Kloth) setzte sich mit 25:24 gegen den TV Siedelsbrunn durch. Bild: Gian-Luca Heiser

Nach dem 25:24-Derbysieg gegen den TV Siedelsbrunn wartet in der Frauen-Bezirksoberliga ein schweres Restprogramm

Fürth/Krumbach. Der neue Tabellenführer in der Frauenhandball-Bezirksoberliga heißt HSG Fürth/Krumbach. Durch einen knappen 25:24 (11:10)-Derbysieg gegen den TV Siedelsbrunn übernahm die Mannschaft von Trainer Martin Guthier bei noch vier ausstehenden Partien Rang eins.

Vom Aufstieg in die Landesliga will man in Fürth aber dennoch nicht reden. „Wir haben noch ein extrem schweres Restprogramm. Alle vier Spiele gehen gegen direkte Konkurrenten“, so Guthier. Tatsächlich muss die HSG mit ihrem aktuell 22:10 Zählern noch in Erbach (16:14), in Weiterstadt (20:12), zu Hause gegen Egelsbach (20:10) und am letzten Spieltag bei der TGS Walldorf (16:12) ran. Alles Mannschaften, die gerade einmal vier Minuspunkte auseinander liegen. „Da war das Spiel gegen Siedelsbrunn das leichteste des Restprogramms und schon da war es eine enge Kiste“, erklärt der Fürther Coach.

Enger als gedacht

Guthier musste 75 Sekunden vor dem Ende noch eine Auszeit nehmen, weil seine Mannschaft gegen nie aufsteckende Siedelsbrunnerinnen aus einem 24:20 noch ein 24:23 machte. Dass die HSG dann aber doch noch den Sieg einfuhr, hatte sie der Nervenstärke von Katharina Brandenburger zu verdanken, die 30 Sekunden vor dem Ende ihren sechsten Strafwurf eiskalt verwandelte. Der Treffer zum neuerlichen 25:24-Anschluss durch Siedelsbrunns Anne-Christin Maresova fiel erst mit der Schlusssirene.

„Es ist schade, dass wir nicht einen Punkt mitgenommen haben“, ärgerte sich TVS-Trainer Bastian Schmidt. „Das wäre in meinen Augen schon verdient gewesen“, fand er, gab aber auch zu: „Wir haben leider nicht das Niveau der letzten beiden Spiele halten können und leisteten uns zu viele technische Fehler und waren in der zweiten Welle nicht konsequent genug. Darüber hinaus hatte Fürth/Krumbach einfach die größeren Alternativen. Bei uns mussten beispielsweise die drei Rückraumspielerinnen nahezu komplett durchspielen.“

Und das machte sich mit zunehmender Dauer bemerkbar. Während Fürth durchwechselte und mit seinem ausgeglichenen Kader immer wieder neue Akzente setzte, ließ bei den Gästen die Kraft nach. Besonders nach der 45. Minute „waren wir einfach platt“, so Schmidt. Die Folge war, dass die HSG immer mehr Eins-gegen-eins-Aktionen gewann und sich nach einem bis dahin ausgeglichenen Verlauf von 14:14 (38.) über 19:16 (46.) bis auf 24:20 (56.) absetzte. „Eigentlich hätten wir zu diesem Zeitpunkt schon deutlicher führen müssen, haben aber einige gute Möglichkeiten noch ausgelassen. Spielerisch sah ich uns überlegen“, meinte Martin Guthier und zeigte als Beleg auf die Statistik: Während sein Team von 46 Würfen nur 25 verwandelte, war die Quote bei den Überwälderinnen mit 24:37 zwar auch nicht ideal, aber immerhin deutlich besser.

Zu früh abgehakt

Dass es in der Schlussphase dann noch einmal richtig eng wurde, ärgerte den HSG-Coach umso mehr: „Das haben wir schlecht gelöst“, vermisste er die Konsequenz in der Defensive. „Da hatten wir scheinbar im Kopf schon einen Haken an das Spiel gemacht. Drei der letzten vier Gegentore hätten nicht fallen dürfen.“ Und da Siedelsbrunn nie aufsteckte, kam das Team auch jetzt noch einmal zurück, aber für die Sensation reichte es nicht mehr.

So konnte Fürth/Krumbach über Derbysieg und Tabellenführung jubeln, während man dem TVS weiter nur die Daumen drücken kann, dass es in der nächsten Runde weitergeht. Mit dieser Moral, dem Kampfgeist und auch der spielerischen Qualität wäre es ein herber Verlust für die Liga, wenn die Siedelsbrunner Mannschaft tatsächlich aufgrund personeller Probleme zurückgezogen werden müsste.

HSG Fürth/Krumbach: Stephan, Guthier – Brandenburger (7/6), Weber (4), Beye (1), Annika Dörsam (4), Scholl (1), Reimund (1), Schüle (3), Johanna Dörsam, Jana Dörsam, Kloth (1), Dingeldein (3).
TV Siedelsbrunn: Berghegger, Naumann – Maier (2), Maresova (3/3), Mottl (2), Schmitt (3), Nikisch (3), Hammann, Schork, Wojcik (1), Jöst (5), Eder (5). mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 14.03.2023