02.03.2024

HSG Fürth/Krumbach schickt eine Kampfansage an die Konkurrenz

Theresa Jöst (links) ist vom TV Siedelsbrunn zur HSG Fürth/Krumbach gewechselt, wo sie jetzt mit Anna Reimund (am Ball) in einer Mannschaft spielt. Bild: Fritz Kopetzky

Die HSG Fürth/Krumbach will in der Frauenhandball-Bezirksoberliga Platz vier aus der vergangenen Saison verbessern – doch derzeit gibt es Fragezeichen

Besser als letzte Saison – dieses Ziel haben die meisten Trainer vor der neuen Handball-Saison. Aber beim Frauen-Bezirksoberligisten HSG Fürth/Krumbach ist dieses von Coach Martin Guthier ausgegebene Ziel gleichzeitig als Kampfansage zu verstehen. Nach dem vierten Rang soll es nun weiter nach oben gehen. Nachdem man zuletzt lange im Meisterschaftsrennen dabei war, sehen viele Konkurrenten die Odenwälderinnen als Titelkandidaten.

Doch Guthier scheut (noch) ein klares Statement – aus gutem Grund. Die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung war sehr schwankend und entsprechend sieht er sein Team noch nicht dort, wo er es gerne hätte. „Wir machen noch zu viele leichte Fehler. Die abzustellen, wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, glaubt der Coach, der phasenweise nur sechs bis acht Spielerinnen im Training hatte. „Die Urlaubsplanungen waren nicht immer ideal“, findet er. Dazu kamen noch ein paar Verletzungen oder private Verhinderungen – und schon lag man hinter dem Fahrplan zurück. „Das bedeutet aber nicht, dass wir unvorbereitet in die Runde gehen. Wir wollen gleich zum Start gegen Heppenheim punkten“, gibt sich Martin Guthier dann aber doch kämpferisch.

„Großes Potenzial“

„Meine Mannschaft hat sehr großes Potenzial. Wenn wir das abrufen können, dann ist mit uns zu rechnen“, ist er überzeugt. Seit 2021 hat Guthier das Kommando bei den Odenwälderinnen und es ging kontinuierlich nach oben. Aus der anfangs jungen Mannschaft wurde ein gestandenes Bezirksoberliga-Team. „Handballerisch und körperlich sind wir gut drauf. Jetzt geht es darum, auch eine gewisse mentale Stärke an den Tag zu legen. Wir müssen unsere PS, die wir zweifelsohne haben, kontinuierlich auf die Straße bringen“, umschreibt er die Situation. Viel Neues hat er in der Vorbereitung mit seinem Team nicht erarbeitet, vielmehr ging es darum, die Dinge, die funktioniert haben, noch zu verfeinern und Automatismen zu schärfen. Entgegen kommt den Fürtherinnen, dass sie kaum personelle Veränderungen haben. Lediglich Luna Scholl verlies die HSG und schloss sich der SKG Roßdorf an. Dafür konnte mit Theresa Jöst eine Allrounderin vom seitherigen Liga-Rivalen TV Siedelsbrunn, der bekanntlich seine Mannschaft abgemeldet hat, begrüßt werden. „Sie ist extrem flexibel einsetzbar und passt handballerisch und menschlich sehr gut ins Team. Sie wird uns auf alle Fälle weiterhelfen“, lobt Guthier seinen einzigen Neuzugang.

Noch nicht wieder fit ist indes Lisa Unrath, sie laboriert noch an ihrer schweren Knieverletzung. Hingegen stieg Diana Helferich nach ihrer Babypause wieder ins Training ein, braucht aber ebenso wie Shannon Obermeier, die eine hartnäckige Fußverletzung hat, noch Zeit. Bis Dezember fehlen wird auch Lilly Schüle, die einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt startet. „Das ist schade, denn sie war wirklich gut drauf“, bedauert Guthier, der aber sein Team dennoch „gut aufgestellt“ sieht.

An der Konstanz arbeiten

Dass die HSG auf dem richtige Weg ist, zeigte auch gerade erst ein Testspiel gegen den Landsligisten TuS Zwingenberg, das mit 28:26 (11:15) gewonnen wurde.

„Die zweite Hälfte aus dieser Partie war richtig gut, aber die erste zeigte auch, dass wir noch nicht die nötige Konstanz haben. Daran müssen wir arbeiten“, unterstrich Martin Guthier, der sich aber auch sicher ist: „Wenn jetzt die Urlaubszeit vorbei ist und wir im Training wieder komplett sind, dann werden wir auch weitere Schritte nach vorne machen.“

Zugang: Theresa Jöst (TV Siedelsbrunn).

Abgang: Luna Scholl (SKG Roßdorf).

Kader, Tor: Leonie Stephan, Melina Guthier; Außen: Elena Weber, Franziska Beye, Jana Dörsam, Johanna Dörsam, Theresa Jöst; Kreis: Katharina Brandenburger; Rückraum: Andrea Kloth, Anna Reimund, Annika Dörsam, Jil Dingeldein, Lilly Schüle, Lisa Unrath, Shannon Obermeier, Diana Helferich.

Trainer: Martin Guthier (seit 2021).

Saisonziel: Besser als letzte Runde (Rang vier).

Favoriten: TGS Walldorf, SV Erbach, HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden. mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 30.08.2023