03.03.2024

HSG Fürth/Krumbach und SV Erbach initiieren Jugend-Kooperation

Gemeinsam geht es weiter: Die männliche A-Jugend der HSG Fürth/Krumbach (von rechts die Trainer Stefan Eisenhauer und Thomas Eger), die derzeit noch Meisterschaftschancen in der Bezirksliga hat, geht in der neuen Saison wie auch die männliche B-Jugend eine Spielgemeinschaft mit dem SV Erbach ein. Bild: Fritz Kopetzky

Die Handballer der HSG Fürth/Krumbach haben im Jugendbereich einen Kooperationspartner gesucht – der ist mit dem SV Erbach für die neue Saison jetzt gefunden. HSG-Pressesprecher Lars Richter erklärt, warum der Schritt notwendig wurde und was geplant ist.

Fürth/Krumbach. Die HSG Fürth/Krumbach wird in der nächsten Saison eine Jugendspielgemeinschaft mit dem SV Erbach eingehen. Geplant ist die JSG in der männlichen A- und B-Jugend. Außerdem werden die C-Jugendlichen der HSG mit einem Gastspielrecht beim SV Erbach Handball spielen. Der weibliche Jugendbereich ist davon nicht betroffen.

Schritt geht von der HSG aus

Lars Richter, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der HSG Fürth/Krumbach, bestätigte auf Nachfrage dieser Redaktion den durchaus weitreichenden Entschluss. „Es ist alles noch ziemlich frisch“, fügte Richter an. In der A- und B-Jugend wird die JSG Fürth/Krumbach/Erbach an den Start gehen. Eine JSG in der C-Jugend sei aufgrund von Verbandsregularien nicht möglich gewesen, sodass in dieser Altersklasse der SV Erbach mit Fürther Gastspielern antritt.

Der Schritt zu einer Jugendspielgemeinschaft sei von der HSG ausgegangen, so Richter. „Wir waren auf der Suche nach einem Kooperationspartner, nachdem wir keine spielfähige A-Jugendmannschaft mehr stellen können“, sagte Richter. Im Sommer wechseln einige A-Jugendspieler in den Männerbereich. Beim Traditionsverein SV Erbach, mit dem sich die Fürther Männer und Frauen in der Bezirksoberliga schon viele Jahre Duelle liefern, stieß man auf offene Ohren. Die Erbacher haben nämlich derzeit keine eigene B-Jugend, was mit der JSG wieder möglich sein wird. Erstmannschaftscoach des Bezirksoberligisten SV Erbach ist übrigens Jens Becker, der die HSG Fürth/Krumbach lange Jahre trainierte und in die Landesliga führte – man kennt sich eben.

Die Zukunft ist gesichert

„Unser Bestreben ist es, jedem Jugendspieler in Fürth eine Perspektive zu geben“, sagte Richter. Immerhin liegt der Erfolg der HSG Fürth/Krumbach in der guten Nachwuchsarbeit begründet. Die erste Mannschaft stieg mit Eigengewächsen in die Landesliga auf und steht derzeit in der Bezirksoberliga auf Platz zwei. Die zweite Mannschaft in der Bezirksliga A ist ein echter Talentschuppen, denn Trainer Ingo Trumpfheller musste sehr viele junge Spieler einbauen. Das Durchschnittsalter, so Richter, liegt bei Anfang 20. Stefan Eger habe in der ersten Mannschaft eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, sodass der Fürther Handball für die nächsten fünf bis zehn Jahre gesichert sei – da habe man in der Vergangenheit sehr gute Arbeit geleistet, so Lars Richter, der selbst noch in der Ersten spielt.

Das sieht in umliegenden Odenwald-Gemeinden ganz anders aus, wo frühere Konkurrenten des TSV Krumbach und TV Fürth am Ende sind oder zumindest schwer zu kämpfen haben.

Andere Vereine haben Probleme

Der TV Siedelsbrunn zieht seine Männermannschaft aufgrund von fehlenden Spielern am Saisonende aus der Bezirksoberliga zurück. Sogar die Siedelsbrunner Frauenmannschaft denkt an einen Rückzug aus der Bezirksoberliga. Der HSG Weschnitztal, die immerhin aus den vier Vereinen SKG Bonsweiher, SVG Nieder-Liebersbach, TV Reisen und SKG Ober-Mumbach besteht, fehlt ebenfalls der Nachwuchs. Die beiden aktiven Mannschaften wechselten nicht zuletzt deswegen in den Badischen Handball-Verband, um dort für auswärtige Spieler attraktiver zu sein, weil mit Harz gespielt werden kann.

Die JSG Fürth/Krumbach/Erbach bedeutet für alle Spieler, aber auch für die Eltern, die mehr fahren müssen, eine Umstellung. Das Training und die Spiele sollen im Wechsel in Fürth und Erbach stattfinden. Wie genau das aussieht und wie die Trainer heißen, muss noch final geklärt werden. Auf jeden Fall wird die JSG um die Bezirksoberliga-Qualifikation spielen. In der Bezirksoberliga der A-Jugend belegt der SV Erbach zurzeit den zweiten Platz hinter der HSG Rüsselsheim/Bauschheim/Königstädten.

Die Fürther A-Jugend der Trainer Thomas Eger und Stefan Eisenhauer ist eine Klasse tiefer in der Bezirksliga hinter der TGB Darmstadt ebenfalls Zweiter. Die Fürther B-Jugendlichen haben ein Gastspielrecht bei der HSG Weschnitztal. Diese Mannschaft, die unter anderem von Frank Thiede trainiert wird, ist Vierter in der Bezirksliga Rhein-Neckar-Tauber. Eine Spielgemeinschaft gibt es auch in der männlichen D-Jugend mit der HSG Rodenstein. Als Trainer und Betreuer der männlichen C-Jugend fungieren derzeit Andreas Fischer, Kirsten Berg und Marco Kindinger.

Insgesamt nimmt die HSG Fürth/Krumbach mit zehn Kinder- und Jugendmannschaften sowie zwei Mini-Gruppen am Spielbetrieb teil. Die HSG-Jugendabteilung wird von Nicole Katzenmeyer und Hannah Hüttig geführt.

Es fehlen Schiedsrichter

Nach wie vor fehlen der HSG Fürth/Krumbach Schiedsrichter. Deswegen bekommen die Männer und die Frauen in der Bezirksoberliga jeweils einen Punkt am Saisonende abgezogen. Lars Richter weiß um das Problem. Allerdings „kaufe“ man sich bei der HSG keine Schiedsrichter ein. „Es gibt wie auch für die Spieler kein Geld bei uns“, so Richter, der hofft, dass sich aus den eigenen Reihen die Schiedsrichterlücke schließen lässt. beg

Quelle: Odenwälder Zeitung, 15.02.2023