03.03.2024

Schwächephase nutzt die SG zum 7:0-Lauf

Jil Dingeldein (beim Wurf) erzielte im Spitzenspiel der HSG Fürth/Krumbach gegen die SG Egelsbach kurz vor Schluss den 28:28-Ausgleich, am Ende mussten sich die Gastgeberinnen aber mit 29:30 geschlagen geben und sind damit raus aus dem Rennen um die Meisterschaft in der Bezirksoberliga. Bild: Philipp Reimer

Handball-Frauen der HSG Fürth/Krumbach unterliegen im entscheidenden Spitzenspiel mit 29:30 Toren gegen Egelsbach.

Fürth. Sie sind raus aus dem Meisterschaftsrennen, die Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach. Durch eine 29:30-(15:14)-Niederlage im letzten Heimspiel der Saison gegen den neuen Spitzenreiter SG Egelsbach büßten die Odenwälderinnen alle Chancen ein, sich noch den Titel in der Bezirksoberliga zu holen. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Egelsbach nun – eine Strafe von einem Punkt Abzug wegen des Nichterfüllens des Schiedsrichtersolls bereits eingerechnet. Damit hat die SGE nun alle Trümpfe in der Hand, zumal auch die dritte bis dahin punktgleiche Mannschaft, der HC VfL Heppenheim, völlig überraschend gegen die abstiegsbedrohte FSG LoLa mit 21:23 verlor.

Doch auch wenn nach der knappen Niederlage vor toller Kulisse erst einmal Enttäuschung herrschte, konnte Trainer Martin Guthier die Partie kurz danach schon wieder sehr gut einschätzen und kam zu einer durchaus positiven Bilanz: „Das war heute ein echtes Spitzenspiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Wir haben eine ganz starke Leistung abgeliefert, hatten aber leider eine Schwächephase, die Egelsbach ausgenutzt hat. Dazu kommen ein paar vergebene Strafwürfe, ein paar Zeitstrafen zu viel. Aber insgesamt waren wir auf Augenhöhe“, zeigte er sich mit der Leistung „absolut zufrieden“.

Und auch wenn am nächsten Sonntag noch das abschließende Spiel bei der TGS Walldorf II ansteht, in dem Fürth/Krumbach mit einem Sieg endgültig Rang drei in trockene Tücher bringen möchte, zog der Trainer schon ein vorzeitiges Fazit der Saison: „Die Spielerinnen können stolz auf das Erreichte sein. Es hätte im Vorfeld niemand damit gerechnet, dass wir bis zum vorletzten Spieltag um die Meisterschaft mitspielen.“

Von der ersten Minute an entwickelte sich eine enge, intensive Partie in der Fürther Schulsporthalle. Das Niveau dieses Bezirksoberliga-Spitzenspiels hätte auch so mancher Landesliga-Partie gut zu Gesicht gestanden. Die Gastgeberinnen legten in der ersten Hälfte meist knapp vor, schafften es aber nicht, nach dem 7:5 oder 11:9 noch einen dritten Treffer nachzulegen. Immer wieder egalisierte Egelsbach und profitierte dabei auch von einigen vergebenen Würfen der Gastgeberinnen.

Diese sollten sich dann nach dem Seitenwechsel besonders rächen. Ausgerechnet nach der ersten Drei-Tore-Führung beim 19:16 (35.) geriet der Angriff der Odenwälderinnen komplett ins Stocken. „Da hatten wir eine ganz schlechte Phase“, ärgerte sich Martin Guthier. Vorne wurden gute Chancen ausgelassen – unter anderem zwei Strafwürfe, die man sich hart erarbeitet hatte – und zudem leistete sich das Team einige Ballverluste und spielte damit den Gästen in die Karten. Mit einem 7:0-Lauf drehte Egelsbach die Partie zur eigenen 23:19-Führung (44.). „Wenn wir diese Phase kürzer halten, dann gewinnen wir. Aber letztlich haben wir in diesen zehn Minuten das Spiel aus der Hand gegeben“, so der Fürther Coach.

Seine Mannschaft steckte zwar nicht auf, sondern zeigte wie so oft eine tolle Moral, aber unterm Strich reichte es gegen die starken Egelsbacherinnen nicht mehr. Als Jil Dingeldein vier Minuten vor dem Ende tatsächlich noch einmal zum 28:28 egalisierte, keimte noch einmal Hoffnung auf, aber ein Doppelpack der Gäste zum 30:28 machte schließlich alles klar. „Schade, dass es nicht zum Unentschieden gereicht hat“, bilanzierte Guthier nach der packenden Partie. Fakt ist: Wenn es Fürth/Krumbach gelingt, die tolle Entwicklung der letzten Jahre fortzusetzen und solche Leistungen wie jetzt gegen Egelsbach kontinuierlich abzurufen, dann wird die HSG in der nächsten Runde zu den Top-Favoriten auf den Titel zählen. mep

HSG: Guthier, Müller – Brandenburger (8/6), Weber (4/1), Beye (4), Annika Dörsam (4), Scholl, Schüle (3), Johanna Dörsam (3), Jana Dörsam, Obermeier, Kloth, Dingeldein (3).

Quelle: Odenwälder Zeitung, 25.04.2023