30.05.2024

Mit dem SV Erbach auf Augenhöhe

Die Erbacherinnen Franca Helfert (links) und Julia Bernhardt stoppen Annika Dörsam von der HSG Fürth/Krumbach. Bild: Kathrin Oeldorf

Handball: Die Chancenverwertung kostet die HSG Fürth/Krumbach etwas Zählbares im Bezirksoberliga-Derby.

Fürth/Krumbach. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen“, sagte Martin Guthier, Trainer des Frauenhandball-Bezirksoberligisten HSG Fürth/Krumbach, nach der 30:35 (14:17)-Niederlage gegen den SV Erbach. „Wir haben eine Leistungssteigerung gegenüber den beiden letzten Partien gezeigt und waren auf Augenhöhe. Einzig unsere Chancenverwertung war nicht gut genug“, bemängelte er.

Wirklich zufrieden konnte Guthier allerdings auch mit der Deckung nicht sein: „Natürlich sind die 35 Gegentreffer zu viel. Da müssen wir in einigen Bereichen einfach cleverer werden“, gibt er zu. „Aber die Chance, gegen Erbach zu punkten, war dennoch da“, ärgerte er sich unter anderem über fünf Fehlpässe direkt in die Hände einer Gäste-Spielerin, woraus alleine vier Gegentreffer resultierten. „Dazu noch vier vergebene Strafwürfe und weitere ausgelassene Chancen. Wenn man diese ganzen Kleinigkeiten addiert, dann erkennt man, dass wir auf Augenhöhe waren“, so Guthier. Die Erbacherinnen erwischten den besseren Start, legten ein 7:3 vor (12.), ehe sich Fürth/Krumbach steigerte und beim 8:10 (22.) die Partie bis zum 15:17 (31.) offen gestaltete. Danach nutzte der SVE eine Schwächephase der Gastgeberinnen, erhöhte auf 22:15 (38.), doch die Odenwälderinnen steckten nicht auf. Mit viel Kampfgeist und einer tollen Moral verkürzten sie wieder, waren beim 24:25 (46.) dran. „Da wurde es richtig eng, aber uns ist es gelungen, die Konzentration wieder hochzufahren“, war Gäste-Trainer Bernd Meyer erleichtert, dass seine Spielerinnen den Ausgleich vermeiden konnten, der der HSG wohl den entscheidenden Rückenwind gegeben hätte. So aber profitierte Erbach wieder von Fehlwürfen der Fürtherinnen und zog entscheidend über 28:25 (50.) auf 32:26 (55.) davon.

„Natürlich ist diese Niederlage ärgerlich, aber sie haut uns auch nicht um“, gibt sich HSG-Coach Guthier kämpferisch und richtete seinen Blick gleich wieder nach vorne: „Jetzt gilt es Fehler abzustellen, um dann nächsten Samstag im nächsten Derby in Siedelsbrunn wieder zu punkten.“

HSG Fürth/Krumbach: Stephan, Guthier – Weber (2/1), Beye (5), Annika Dörsam (5), Unrath (2), Scholl (1/1), Reimund (3), Schüle (1), Johanna Dörsam (1), Wagner (5), Jana Dörsam (1), Obermeier (4/1).


HSG Fürth/Krumbach II – SKG Roßdorf 12:31 (8:12): Nur eine Hälfte hielt die die A-Liga-Reserve der Odenwälderinnen mit, dann brachen alle Dämme. „Wir haben praktisch aufgehört, Handball zu spielen“, schüttelte Trainer Gerald Röder fassungslos den Kopf. In der ersten Hälfte war – trotz vieler vergebener Chancen – noch alles im Rahmen, und auch beim 8:12 zur Pause war Röder überzeugt, dass seine Mannschaft den Roßdorferinnen Paroli bieten kann. Doch nur acht Minuten nach dem Wiederanpfiff waren alle guten Vorsätze Makulatur, beim 9:17 war die Vorentscheidung gefallen, beim 10:29 (54.) war das Debakel perfekt.

Doch ganz so unterlegen, wie es das Ergebnis von 12:31 ausdrückt, war Fürth/Krumbach nicht. Allerdings vergab die HSG gleich acht (!) Strafwürfe. „Die haben wir uns hart erarbeitet und uns dann nicht belohnt. Wenn wir nur sechs davon reinmachen, geraten wir nicht so in den Abwärtssog“, erklärt Röder. „Es hätte zwar auch so wohl nicht gereicht, wäre aber im Rahmen geblieben.“

HSG Fürth/Krumbach II: Guthier, Müller – Krämer (1), Hahn, Bähr (1), Thiede (1), Ehret, Müller, Renner (2), Weber, Bauer (3/2), Johanna Dörsam, Kusch, Malin Dörsam (4). mep

Unnötig spannend

Fürth/Krumbach. Spannender als nötig machten es die A-Liga-Handballer der HSG Fürth/Krumbach bei ihrem Auswärtsspiel bei der TG Eberstadt. Am Ende stand zwar ein 33:31 (16:11)-Erfolg der Odenwälder, „aber es hätte nie im Leben noch einmal so knapp werden dürfen“, ärgerte sich Fürths Trainer Ingo Trumpfheller. Der Coach selbst sprang in die Bresche, da der rechte Rückraumspieler Marco Kindinger krankheitsbedingt fehlte, und musste in der Schlussphase gemeinsam mit dem starken Paul Schüle noch die gesamte Erfahrung in die Waagschale werfen, damit die Partie, die beim 29:20 (47.) bereits entschieden schien, nicht noch kippte. „Bis dahin haben wir wirklich gut gespielt, dann aber leider den Fuß vom Gas genommen“, so Trumpfheller. Mehrfach kam Eberstadt auf ein Tor heran, doch spätestens als Schüle 20 Sekunden vor Ende in Unterzahl zum 33:30, war die Partie entschieden.

HSG II: Samardzic, Dorn – Vögeler, Daubner (3), Meiß (3), Trumpfheller (9/2), Sattler, Baumgartl, Lannert (6), Herdner, Klink (6), Camcioglu (2), Schüle (4), Jäger. mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 14.11.2022