19.04.2024

HSG Fürth/Krumbach ist nach Niederlage in Heppenheim enttäuscht | Guthier: „Wir agierten wieder sehr glücklos“

Ratlosigkeit herrschte bei der HSG Fürth/Krumbach, nachdem das Derby beim HC VfL Heppenheim verloren wurde. Bild: Ernst Lotz

HSG Fürth/Krumbach gibt das Spiel in Heppenheim nach einer 13:8-Führung aus der Hand. Bei den Fürther Frauen ist Sand im Getriebe. Die HSG Weschnitztal feiert einen Sieg auf den letzten Drücker.

Nach der Schlusssirene am Sonntagabend standen die Handballer der HSG Fürth/Krumbach etwas ratlos auf dem Parkett der neuen Heppenheimer Nibelungenhalle. Mit 32:36 (17:19) hatten sie das Bezirksoberliga-Derby beim HC VfL Heppenheim verloren, hatten allerdings alle Chancen, die Punkte zu holen.

„Wir zeigten in jeder Hälfte zwei Gesichter“, meinte Fürths Spieler Lars Richter später mit Blick auf den Verlauf der Partie. Tatsächlich führten die Odenwälder scheinbar sicher mit 13:8 (20.), ehe gar nichts mehr lief und die Heppenheimer nicht nur zum 13:13 ausglichen (24.), sondern sogar mit 16:13 (26.) in Führung gingen. „Da haben wir gute Chancen ausgelassen und in der Deckung die Stabilität verloren“, so Richter, der auf der Suche nach Gründen keine Antwort parat hatte: „Das ist uns allen unerklärlich“, spricht er für seine Mitspieler.

Ebenso unverständlich dann der Verlauf der zweiten 30 Minuten. Fürth/Krumbach kam gut aus der Kabine, ging schnell mit 21:19 (34.) in Führung und baute diese erneut auf fünf Tore aus (26:21, 42.). Bis zum 28:25 (50.) schlichen sich zwar schon wieder erste Nachlässigkeiten ein, doch richtig bitter wurde es danach: Heppenheim drückte aufs Tempo und in der hektischen Schlussphase verlor die HSG völlig den Faden, geriet über 28:28 (53.) mit 28:30 und nach dem 30:31 mit 30:33 (57.) und 31:35 (59.) entscheidend ins Hintertreffen. Dabei fehlte dem Team von Trainer Stefan Eger die letzte Konsequenz in Angriff und Abwehr. „Wenn man über 30 Gegentore in Heppenheim kassiert und dann verliert, ist das natürlich bitter und das ist – ganz ehrlich – für uns schon enttäuschend“, gab Lars Richter zu. „Jetzt müssen wir uns im Training unterhalten, wie es dazu kommen konnte“, so der Spieler, der aber gleichzeitig sicher ist: „Nächstes Wochenende zu Hause gegen Arheilgen werden wir wieder ganz anders auftreten.“

Auf Heppenheimer Seite war man natürlich überglücklich: „Das war ein richtig starkes Spiel von uns“, fand HC VfL-Coach Simon Meier. „Ich weiß nicht, wann der HC VfL das letzte Mal ein Spiel gegen Fürth gewonnen hat. Aber das muss schon ein paare Jahre her sein. Umso mehr freuen wir uns über diesen Erfolg“, so Meier.

HSG Fürth/Krumbach: Henrik Richter, Hebling – Beye (5), Jäckel (3), Schuricht (2), Renner (1), Fischer (9/3), Sattler, Kilian, Mink (6), Lars Richter, Kaiser (6).

TG Biblis – HSG Fürth/Krumbach II 35:29

Auch bei der A-Liga-Reserve der HSG Fürth/Krumbach II läuft es aktuell nicht rund: Die 29:35 (13:15)-Niederlage bei der TG Biblis war bereits die vierte in Folge. Nach den Gründen muss Trainer Ingo Trumpfheller aber gar nicht lange suchen: „Uns fehlten heute wieder die Alternativen – gerade im Rückraum“, so der Coach, der angesichts der vielen Ausfälle auch wieder selbst als Spieler auflaufen musste. Nils Klink, Malte Jäckel und Paul Schüle wurden gegen die robusten Bibliser arg vermisst. Hinzu kam, dass in der zweiten Hälfte nach dem 15:16 (34.)die Chancenverwertung rapide schlechter wurde. „Da haben wir dann den Faden verloren“, so Trumpfheller mit Blick auf den 16:21-Rückstand (39.) nur fünf Minuten später. Wirklich deutlich wurde es schließlich ab dem 21:26 (47.), als auch die Kraft nachließ und Biblis auf 30:22 (51.) enteilte. mep

HSG Fürth/Krumbach II: Dorn, Jäger – Schmitt (3), Daubner, Trumpfheller (4), Jäckel, Meiß (3), Herdner, Weber (3), Schütz (2), Volk (3), Camcioglu (5/2), Lannert (5), Krämer (1).

HSG Fürth/Krumbach Frauen – TSV Modau 21:28

Die Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach sind derzeit außer Tritt: Im dritten Spiel in Folge verlor das Bezirksoberliga-Team von Trainer Martin Guthier, unterlag dem TSV Modau überraschend deutlich mit 21:28 (8:13). 3:9 Punkte und Rang sieben sind weit entfernt von dem, was im Vorfeld erwartet wurde.

„Wir agierten wieder sehr glücklos“, meinte Guthier. Zahlreiche Pfostentreffer, eine nicht wirklich kompakte Defensive und der Ausfall von Leistungsträgerin Andrea Kloth sorgten bei Fürth/Krumbach für zusätzliche Verunsicherung. Kloth bekam bereits in der ersten Hälfte einen Schlag gegen den Kopf, konnte mit Verdacht auf Gehirnerschütterung nicht weiterspielen. Eine genaue Diagnose steht noch aus. „Sie hat uns schon gefehlt“, gibt Martin Guthier zu, auch wenn Shannon Obermeier sie am Kreis sehr gut vertrat: „Shannon hat eine starke Partie gemacht“, lobte der Coach.

Mit Katharina Brandenburger stand eine lange verletzte Spielerin zwar wieder auf dem Spielberichtsbogen, „aber wenn überhaupt, hätte ich sie für Strafwürfe eingewechselt“, sieht der Trainer sie noch nicht im Positionsspiel: „Da braucht sie noch ein paar Wochen.“

Die Gastgeberinnen gerieten nach dem 8:9 (20.) mit 8:17 (37.) ins Hintertreffen, ließen während dieses 0:8-Laufs viele gute Chancen aus. Dass es ein gebrauchter Tag für die HSG war, zeigt sich alleine schon mit Blick auf eine Spielerin: Elena Weber, die eine Woche zuvor noch 15 Treffer markiert, kam diesmal nur auf einen Treffer, verwarf unter anderem zwei Strafwürfe. „Man kann die Niederlage aber natürlich nicht an ihr festmachen“, stellt sich Guthier vor seine Torjägerin, doch an diesem Tag stand sie sinnbildlich für den vergeblichen Kampf um Stabilität und Treffsicherheit.

HSG Fürth/Krumbach: Stephan, Guthier – Brandenburger, Weber (1), Beye (1), Annika Dörsam (3), Reimund (1), Johanna Dörsam (1), Jana Dörsam, Obermeier (12/7), Jöst, Kloth, Dingeldein (1).

HSG Fürth/Krumbach II – TSV Modau II 20:20

Immerhin zu einem Punktgewinn reichte es für die A-Liga-Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach II beim 20:20 (10:13) gegen die Reserve Modaus. „Wenn man nur zweimal ausgleicht – beim 1:1 und 20:20 –, dann muss man mit diesem Resultat zufrieden sein“, bilanzierte HSG-Coach Gerald Röder, der aber auch zugab: „Es war heute eindeutig mehr drin, aber wir spielten zu fehlerbehaftet.“

HSG Fürth/Krumbach II: Müller, Schütz – Helferich (3), Laupichler (2), Hahn, Bähr, Malin Dörsam, Ehret, Renner (4), Schneider (6/5), Weber (1), Kusch (1), Flath (3). mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 14.11.2023