19.04.2024

Mischung aus Ehrgeiz und Lockerheit

Phillip Mink und die HSG Fürth/Krumbach hatten mit dem Heimsieg gegen den TV Groß-Rohrheim einen guten Start. Am Sonntag wartet die Hürde in Goddelau auf die Odenwälder. Bild: Kathrin Oeldorf

Handball: HSG Fürth/Krumbach kann entspannt zur HSG Riedstadt fahren. Die Frauen haben beim SV Erbach schon wieder ein Derby

Fürth/Krumbach. Mit Rückenwind nimmt die HSG Fürth/Krumbach die Hürde HSG Riedstadt am Sonntag (18 Uhr) in Angriff: Die Bezirksoberliga-Handballer haben mit dem Sieg gegen den ambitionierten TV Groß-Rohrheim ein Ausrufezeichen gesetzt und sich damit Respekt und vor allem Selbstvertrauen verschafft. „Nach dem guten Start fahren wir ganz entspannt nach Goddelau“, so Stefan Eger. Der Trainer weiß allerdings auch, dass es schwer werden wird, die Leistung aus dem Groß-Rohrheim-Spiel Woche für Woche abzurufen, da etliche Leistungsträger nur einmal pro Woche trainieren können. ”Wie es personell aussieht, werden wir eigentlich immer erst nach dem Freitagstraining wissen, der einzigen Einheit, in der wir uns wirklich auf den Gegner einstellen können“, bemängelt Eger.

Doch nachdem es während der Vorbereitung angesichts der personellen Entwicklung erst einmal lange Gesichter bei Fürth/Krumbach gab, hat der Coach inzwischen eine ,Jetzt-erst-recht‘-Mentalität ausgemacht. “Wir sind noch einmal enger zusammengerückt und die, die da sind, ziehen klasse mit“, sieht Eger bei seinem Team eine Mischung aus Ehrgeiz und Lockerheit. Weil man nicht mehr die ganz großen Ambitionen im Titelrennen hat. „Unser Ziel ist es in erster Linie, die Heimspiele zu gewinnen. Aber auch auf dieses Spiel bei der HSG Riedstadt freuen wir uns, wollen auch etwas gutmachen“, erinnert er daran, dass man in der vergangenen Runde bei der ESG Erfelden – einem Team aus der neuen Spielgemeinschaft Crumstadt, Goddelau, Erfelden – gar nicht gut aussah und mit 26:29 unterlag. „Vielleicht gelingt uns ja tatsächlich der zweite Sieg im zweiten Spiel“, so Stefan Eger, der bereits ein Video der neuformierten Mannschaft der Riedstädter vorliegen hat und sein Team entsprechend einstellen wird – auch wenn es nur in der Freitagstrainingseinheit ist.

HSG Riedstadt ll – HSG Fürth/Krumbach ll (Samstag, 17 Uhr): Der Gegner noch der große Unbekannte: „Ich gehe schon davon aus, dass bei deren zweiter Mannschaft schon ein paar Spieler dabei sein werden, die letztes Jahr noch in der Bezirksoberliga bei Crumstadt oder Erfelden spielten. Entsprechend erwarte ich eine ganz schwere Aufgabe für uns“, sagte HSG-Trainer Ingo Trumpfheller. Chancenlos sieht er sein Team allerdings auch nicht.

Trotz der jüngsten 26:29-Auftaktniederlage gegen die HSG Weiterstadt/Braunshardt zeigten die Odenwälder eine couragierte Leistung und hatten vor allem in Torhüter Sören Dorn einen glänzenden Rückhalt. ,,Wir müssen uns jetzt in der Deckung weiter stabilisieren, im Angriff lief das schon gut und vor allem die Einstellung der Jungs war top“, sieht Trumpfheller seine Mannschaft auf einem guten Weg.

SV Erbach – HSG Frauen (Sonntag, 18 Uhr): Eine Woche nach dem 22:22-Unentschieden in eigener Halle gegen den HC VfL Heppenheim haben die Bezirksoberliga-Handballerinnen der HSG Fürth/Krumbach wieder ein Derby. “Das ist wieder ein Spiel, auf das wir uns besonders freuen“, erklärt HSG-Trainer Martin Guthier. Der Coach wohnt selbst in Erbach, wird am Sonntagnachmittag „runter zur Halle“ laufen und hat in der Vergangenheit auch schon SVE-Teams gecoacht. „Man kennt sich“, bringt er es auf den Punkt.

Aber im direkten Aufeinandertreffen stehen die Freundschaften erst mal hinten an: ”Natürlich wollen wir gegen Erbach gewinnen. Dazu müssen wir uns aber gegenüber dem Heppenheim-Spiel weiter steigern“, fordert Guthier insbesondere im Angriff mehr Durchschlagskraft. „Dass wir Abwehr spielen können, haben wir da schon gezeigt. Jetzt müssen wir nach vorne auch mehr Konsequenz an den Tag legen.“ Ein Vorteil könnte für die Odenwälderinnen sein, dass sie bereits eine Partie absolviert haben, während es für die Gastgeberinnen der Auftakt ist. Zumindest die ganz große Anfangsnervosität sollte bei der HSG nicht mehr vorliegen.

Während Erbach wohl in Bestbesetzung auflaufen kann, plagen Fürth/Krumbach ein paar personelle Probleme. So fällt Torhüterin Melina Guthier aus, für sie wird Cathrin Muller aus der zweiten Mannschaft in den Kader rücken. Ebenfalls fehlen wird Theresa Jöst. Bei Katharina Brandenburger steht noch die finale Diagnose ihrer Knieverletzung aus — mitwirken kann sie aber definitiv nicht. Gleich bis zum Jahresende wird fortan Lilly Schüle fehIen, die sich nach dem Heppenheim-Spiel zu einem Auslandsaufenthalt aufmachte. „Natürlich ist das nicht ideal, aber wir haben eine gute Truppe beisammen und müssen das kompensieren“, strahlt Guthier Zuversicht aus.

TGB Darmstadt ll – HSG-Frauen ll (Samstag. 15.30 Uhr): Bei einer Mannschaft, die ihnen sehr gut liegt, startet die HSG II in die neue A-Liga-Saison. Gegen die TGB Darmstadt ll haben die Odenwälderinnen in der vergangenen Spielzeit beide Partien gewonnen und wollen nun wieder die Punkte mitnehmen. Nach einer guten Vorbereitung sieht Trainer Gerald Röder sein Team gewappnet und gegenüber der letzten Runde einen ganzen Schritt weiter. „Gerade die jungen Spielerinnen haben sich verbessert.

Alle ziehen klasse mit und jetzt wollen wir einen guten Start hinlegen.“ mep

Quelle: Odenwälder Zeitung, 21.09.2023